Coronakrise – Zusammenstellung nützlicher Informationen – Personalmanagement, Kurzarbeit, Liquidität

by | 21. Mrz 2020 | HR, KMU, Neuigkeiten, Personalmanagement | 2 comments

 Achtung: der Artikel wird sukzessive und kontinuierlich ergänzt, präzisiert, erweitert

Hier habe ich Ihnen eine Informationen und Links zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, gut durch die Krise zu kommen. Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und das ist meines Erachtens aktuell auch kaum möglich. Wenn Sie Fragen haben, die Sie rund um das Thema Personalmanagement und Führung in dieser Krise nicht beantwortet finden, so schreiben Sie mir gern. Ich versuche dann, es Ihnen zu beantworten und hier zu ergänzen.

Zum Thema COVID19-Test, Krankmeldung, Quarantäne und Schließung

  1. Mitarbeiter, die sich aktuell einem Covid19-Test unterziehen, werden in der Regel zunächst vom Arzt Krank geschrieben, d. h. sie laufen zunächst in die normale Lohnfortzahlung.
  2. Wird ein Mitarbeiter vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gesetzt, so benötigt der Arbeitgeber in der Regel ein Attest oder Dokument des Gesundheitsamtes. Auch hier geht der Arbeitgeber zunächst in Vorleistung, d.h. die Lohnfortzahlung. Das Unternehmen muss dann Anträge stellen, um die Erstattung nachher zu beantragen.
    https://www.tk.de/firmenkunden/service/versicherung/versicherung-faq/arbeitgeberinfos-coronavirus/erstattung-lohnkosten-quarantaene-2080186
    Achtung: für die Erstattung von Quarantänekosten gilt eine Frist von 3 Monaten:

Hier ist das zuständige Amt nach PLZ zu ermitteln: https://tools.rki.de/PLZTool/

 

  1. Wenn Ihr Betrieb aufgrund behördlicher Anordnung eingestellt werden muss: Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes einem Tätigkeitsverbot unterliegt (§ 34, 42 IfSG) bzw. von der zuständigen Behörde einem Tätigkeitsverbot unterworfen wird (§ 31 IfSG) bzw. abgesondert wurde (§§ 28 ff IfSG) und daher einen Verdienstausfall erleidet, erhält grundsätzlich eine Entschädigung nach §56 Infektionsschutzgesetz. Schäden sind dabei (zum Beispiel durch Errichtung eines Home-Office) so gering wie möglich zu halten. (Achtung: Eine freiwillige Quarantäne oder ein generelles (gesundheitsabhängiges) Tätigkeitsverbot (z.B. Betriebsschließungen im Einzelhandel) eröffnen keinen Entschädigungsanspruch nach dem IfSG.
    Aber Achtung auf den Seiten der Landschaftsverbände finden sich hierzu gegenteilige Aussagen:                                                           https://www.lvr.de/de/nav_main/soziales_1/soziale_entschaedigung/taetigkeitsverbot/taetigkeitsverbot.jsp#section-2628646    UND   https://www.corona-infos.lwl.org/de/haeufig-gestellte-fragen/#entschadigungen-bei-verdienstausfall sie verweisen beide hierfür auch auf https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

 

Allgemein informative Seiten:

https://www.bundesregierung.de/breg-de
https://land.nrw/corona

„Virusscanner“ zeigt die globale Verbreitung an:
https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

https://www.infektionsschutz.de
Seite des Robert-Koch-Instituts www.rki.de

https://www.igmetall.de/politik-und-gesellschaft/wirtschaftspolitik/arbeitsmarkt/so-funktioniert-kurzarbeit

www.bgetem.de oder generell die Seiten Ihrer Berufsgenossenschaft

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Dort gibt es ein Handbuch für die betriebliche Pandemieplanung als pdf herunterzuladen

https://www.sihk.de/container/fuerunternehmer/corona oder die Seite, der für Sie ggf. zuständigen Kammer

https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/de_corona

 

Zum Thema Kurzarbeit:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

https://www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

Und dazu hier ein wichtiges Merkblatt, welches auch die Voraussetzungen gut zusammenfasst:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug-corona-virus-infos-fuer-unternehmen_ba146368.pdf

Beachten Sie bitte unbedingt, dass Sie für die Beantragung von Kurzarbeitergeld a)  eine Anzeige (https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf) und b)  danach für jeden Monat nachträglich einen (Leistungs-) Antrag (https://www.arbeitsagentur.de/datei/antrag-kug107_ba015344.pdf) stellen müssen.

Unter welchen Voraussetzungen Sie als Arbeitgeber Kurzarbeitergeld beantragen können und wie das Verfahren abläuft, erläutern die beiden Videos auf der Seite der Agentur für Arbeit sehr gut: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-video

Der Ort der Betriebsstätte entscheidet über die für Sie zuständige Agentur für Arbeit.

Für den Märkischen Kreis (mein Heimatbezirk) ist es dann Dortmund.

Während der Kurzarbeit darauf achten, dass die Arbeitszeiten der Mitarbeiter penibel geführt werden! Insbesondere wichtig für Unternehmen ohne klassische Zeiterfassung.

Der Umfang/die Dauer der Kurzarbeit ist auf Antrag veränderbar. Allerdings werden auch die Ämter überlastet sein und um Aufwand und Komplikationen so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, die Anträge in der Ausgestaltung gut zu überlegen.

Update 10.06.2020:

Durch die Medien ist vielleicht bekannt ist, dass die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld unter bestimmten Bedingungen aufgestockt hat. Hier die Infos dazu nochmal in Kürze:

Arbeitnehmer, die aufgrund der aktuellen Situation 50 Prozent oder weniger arbeiten, können nun ein erhöhtes Kurzarbeitergeld beziehen. Befristet bis zum 31. Dezember 2020, beträgt das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Bezugsmonat 70 Prozent, ab dem siebten Bezugsmonat 80 Prozent. Haushalte mit Kindern bekommen jeweils 7 Prozentpunkte mehr Kurzarbeitergeld.

Vielfach nicht bekannt:

Der Bezug von Kurzarbeitergeld hat auch steuerliche Auswirkungen. So ist die Hilfe zwar steuerfrei, das Geld unterliegt jedoch dem sogenannten “Progressionsvorbehalt”.  
Wer Kurzarbeitergeld erhält, muss unbedingt nächstes Jahr die Steuererklärung 2020 einreichen. Es betrifft alle Steuerzahler, die mehr als 410 Euro aus der Arbeitslosenversicherung erhalten haben.

Der so genannte Progressionsvorbehalt kann zu Steuernachzahlungen führen
Bei der Berechnung des Steuersatzes wird zuerst das zu versteuernde Einkommen ermittelt. Dies fällt wegen der Kurzarbeit geringer aus. Dann rechnet die Finanzbehörde das Kurzarbeitergeld hinzu. Von der sich daraus ergebenden Summe wird der Steuersatz errechnet. Das heißt: Der Steuersatz fällt durch die Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung höher aus. Mit diesem Steuersatz wird dann das steuerpflichtige Einkommen besteuert.

Das betrifft auch Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften, die zusammen veranlagt sind. Ist einer der Partner in Kurzarbeit, wird der durch den Progressionsvorbehalt erhöhte Steuersatz auf das gemeinsame, zu versteuernde Einkommen angewendet. “In der Folge kann der Progressionsvorbehalt dazu führen, dass  Arbeitnehmer im nächsten Jahr auch Steuern nachzahlen müssen”.

Um die günstigste Konstellation bei Ehegatten zu finden, ist es ggfs. sinnvoll eine getrennte Veranlagung durchzurechnen. Hier lohnt es sich also, die Mitarbeitenden zu informieren.

Wichtig:

In Betrieben mit einem Betriebsrat muss eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat zur Einführung von Kurzarbeit getroffen werden. Ansonsten müssen Sie Ihre Arbeitsverträge überprüfen, was dort zum Thema Kurzarbeit vereinbart wurde und/oder eine einfache Einverständniserklärung der Arbeitnehmer einholen. Ich empfehle dies aus datenschutzrechtlichen Gründen, nicht als Liste durchzuführen, sondern mit jedem Mitarbeiter einzeln, eine generelle Information können Sie aber natürlich in der Gruppe durchführen:

Textbeispiel:

„Sehr geehrte/r Her/Frau XXXX,

aufgrund >Anlass< erwarten wir für unser Unternehmen /unseren Standort starke wirtschaftliche Beeinträchtigungen, die die Fortführung des Betriebs erheblich einschränken.

Wir beabsichtigen daher, zumindest in der Zeit vom  XXXXX bis zum XXXXX Kurzarbeit einzuführen. Der genaue Umfang der Kurzarbeit ist derzeit nicht absehbar und kann bis zur Kurzarbeit von 100% führen, wenn es nicht möglich sein sollte, Arbeiten im Home-Office durchzuführen. ODER wir werden den Betrieb gemäß der angehängten Anlage schließen / Tätigkeiten ruhen lassen.

Wir bitten Sie, Ihr Einverständnis zur Durchführung und Umfang der Kurzarbeit durch Ihre Unterschrift zu erteilen und zu bestätigen, dass wir Sie über die Rahmenbedingungen der Kurzarbeit informiert haben.

 

Datum

 

Unterschriften Unternehmen                                Arbeitnehmer/in“

—————————————————————————————————————————————–

 

Und generell:

Auch einem Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH kann Kurzarbeitergeld gewährt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Voraussetzung ist jedoch, dass der Geschäftsführer nach dem Dienstvertrag und den tatsächlichen Gegebenheiten innerhalb der GmbH als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer anzusehen ist. (Urteil des SG Kassel vom 23.03.2006 S 11 AL 1435/03 DB 2006, 1682)

Als Selbständiger, der in der freiwilligen Weiterversicherung eingebunden ist, dürfen Sie Arbeitslosengeld beantragen:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Ein Kurzarbeitergeld für Selbständige, die in der der freiwilligen Weiterversicherung / Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag kann ich trotz erster Meldungen nicht wiederfinden. Sollte sich das ändern, nehme ich es sofort auf.

https://www.arbeitsagentur.de/datei/hinweis-alv_ba013509.pdf

Immer eine gute Adresse für geringfügig Beschäftigte ist die Minijob-Zentrale – aktuell kein Kurzarbeitergeld für Mini-Jobber: https://www.minijob-zentrale.de/DE/00_home/01_aktuelles/Kurzarbeitergeld.html

Für Azubis gibt es aktuell auch Sonderreglungen zur Teilnahme an der Kurzarbeit.

 

Arbeitsrechtliche Folgen

Hier eine Zusammenfassung der Arbeitgeberverbände:

https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/res/Arbeitsrechtliche-Folgen-einer-Pandemie.pdf/$file/Arbeitsrechtliche-Folgen-einer-Pandemie.pdf

Anmeldung zum Download erforderlich: https://shop.haufe.de/uebersicht-coronavirus?emos_sid=AXD3srmMP_JycDj*zdfB20KWer_UPUsv&emos_vid=AW6tN5I4MdTeWHsLYDQO1AY7xBi498pA&_ga=2.149384374.1268924318.1584703651-1581136370.1580909516

 

Ausgangssperren/Arbeitsbescheinigungen – “Passierscheine“:

Sollten in den nächsten Tagen Ausgangssperren in weiteren Bundesländern verhängt werden und Mitarbeiter die Betriebsstätten besuchen müssen, so wird es vermutlich notwendig sein, eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorzulegen, ansonsten können u.U. empfindliche Strafen folgen.

Home-Office:

Findet eine Tätigkeit im Home-Office statt, ist auch dort zu beachten, dass Arbeitsschutzmaßnahmen und Datenschutzbestimmungen eingehalten und entsprechend sichergestellt werden müssen. Empfehlenswert ist es, dazu eine kurze Vereinbarung mit den Arbeitnehmern zu schließen (ggf. unter Beteiligung des Betriebsrates).

Der Bund hat nun auch die Unterstützung bei der Errichtung von Home-Office Arbeitsplätzen und Digitalisierung im Programm “go-digital”erweitert:

https://www.innovation-beratung-foerderung.de/INNO/Navigation/DE/go-digital/go-digital.html

 

Zum Thema Liquiditätshilfen, Hilfspakete, Rettungsschirm, etc.

  1. Herabsetzung von Steuervorauszahlungen

Um Liquiditätsengpässe zu mindern, können z.B. Anträge auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen auf die Einkommensteuer und Körperschaftssteuer gestellt werden (Gewerbesteuer noch unklar). Hierbei ist zu beachten, dass die Steuer später anhand des tatsächlichen Einkommens festgesetzt wird, so das eine Herabsetzung nur Sinn macht um einen vorübergehenden Liquiditätsengpass zu überbrücken oder wenn schon jetzt klar ist, das die gesamten Einkünfte in 2020 niedriger sein werden als sie der Steuervorauszahlung zugrunde liegen.

  1. Stundung von fälligen Steuerzahlungen

Bei fälligen Steuerzahlungen aufgrund von Steuerbescheiden sollte ein Antrag auf Stundung – Ratenzahlung – gestellt werden.

Die Finanzverwaltung wird angewiesen, unbürokratisch zu handeln und keine strengen Anforderungen an die Prüfung zu stellen, ob die Einziehung der Steuern eine erhebliche Härte darstellen würde (wie es sonst der Fall ist).

  1. Auf Vollstreckungsmaßnahmen

(z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist. Auch werden laut aktueller Information von den Finanzämtern keine Außenprüfungen durchgeführt.

  1. Überbrückung von Liquiditätsengpässen

Für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen hat die Bundesregierung unbegrenzte Kredite zugesagt. Näheres dazu finden Sie hier: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/altmaier-zu-coronavirus-stehen-im-engen-kontakt-mit-der-wirtschaft.html

In NRW stehen Unternehmen verschiedene öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung. Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank NRW (bis 1,5 Mio. Euro) und das Landesbürgschaftspro-gramm (ab 1,5 Mio. Euro, offen auch für Großunternehmen) besichert werden. Auf den jeweiligen Internetseiten finden Sie weiterführende Informationen sowie Ansprechpartner. Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen sollte zudem zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden, denn die Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten erfordert immer die Begleitung durch eine Hausbank.

Für die KfW-Förderkredite wurde Folgendes beschlossen:
Beim KfW-Unternehmerkredit sind Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für die durchleitenden Finanzierungspartner (in der Regel Ihre Hausbank) von bis zu 80 % für Betriebsmittelkredite bis 200 Mio. Euro Kreditvolumen möglich. Außerdem ist die Haftungsfreistellung auch für Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. Euro geöffnet worden. Diese Bedingungen gelten für Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind und auch für den ERP-Gründerkredit, der sich an Unternehmen richtet, die weniger als fünf Jahre am Markt sind.

Unternehmen, die mehr als fünf Jahre am Markt sind, können außerdem den KfW-Kredit für Wachstum beantragen. Dieser Kredit dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung inklusive Betriebsmittel im Wege der Konsortialfinanzierung. Bisher hatte der Kredit eine Beschränkung auf Investitionen in Innovation und Digitalisierung, die nun aufgehoben wurde. Außerdem wurde die Umsatzgrenze für antragsberechtigte Unternehmen auf fünf Mrd. Euro und die anteilige Risikoübernahme auf bis zu 70 % erhöht.

Zusätzlich soll für „kleine“, „mittlere“ sowie „große“ Unternehmen je ein KfW-Sonderprogramm vorbereitet und schnellstmöglich eingeführt werden. Die Risikoübernahme bei Investitionsmitteln (Haftungsfreistellungen) wird verbessert und beträgt bei Betriebsmitteln bis zu 80 %, bei Investitionen bis zu 90 %. Diese können auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten (krisenadäquate Erhöhung der Risikotoleranz) geraten sind. Überdies wird die KfW für diese Unternehmen konsortiale Strukturen anbieten. Der Start dieser Sonderprogramme unterliegt jedoch dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Die Antragsstellung erfolgt über Ihre Hausbank bzw. Finanzierungspartner, d.h. Geschäftsbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Direktbanken, Bausparkassen, Versicherungen oder die Finanzvermittler. Für konkrete Fragen können Sie auch die KfW-Hotline kontaktieren 0800 539 9001 – Mo – Fr 08:00 bis 18:00 Uhr

Auf Vollstreckungsmaßnahmen beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen entgegen zukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das für die Versicherungssteuerund die Umsatzsteuer zuständig ist und entsprechend verfahren wird. Die Generalzolldirektion hat ein FAQ erstellt.

Die Steuererleichterungen beantragen Sie in der Regel bei Ihrem zuständigen Finanzamt. Informationen für NRW inkl. eines aktuellen Hinweises der Finanzverwaltung finden Sie unter: https://www.finanzverwaltung.nrw.de/de/information/corona

Für die Bürgschaftsbanken und das Großbürgschaftsprogramm wurde Folgendes beschlossen:
Bei den Bürgschaftsbanken wird der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt. Die Obergrenze am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wird auf 50 % der Betriebsmittel erhöht. Bürgschaftsbanken können nun Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von 3 Tagen treffen.

Die Kreditherkunft spielt für die Bürgschaft keine Rolle, es können Kredite der KfW, Landesförderinstitute oder Hausbankkredite verbürgt werden. Eine kostenlose Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben können Sie online über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen.

Das bislang auf Unternehmen in strukturschwachen Regionen beschränkte Großbürgschaftsprogramm(parallele Bund-Länder-Bürgschaften) wird für Unternehmen außerhalb dieser Regionen geöffnet. Der Bund ermöglicht die Absicherung von Betriebsmittelfinanzierungen und Investitionen ab einem Bürgschaftsbedarf von 50 Mio. Euro und mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 %. Informationen zur Beantragung erhalten Sie in der Förderdatenbank des Bundes.

Darüber hinaus soll die reguläre dreiwöchige Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 ausgesetzt werden. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereitet eine entsprechende gesetzliche Regelung vor. Außerdem übernimmt der Bund weiterhin Exportkreditgarantien. Informationen hierzu finden Sie im FAQ des BMWi und direkt bei der Euler Hermes AG.

Außerdem können Sie sich mit Ihrem konkreten Anliegen zu den Auswirkungen des Coronavirus an die BMWi-Hotline wenden: Hotline für Unternehmen 030-18615-1515 – Mo-Fr 9:00 bis 17:00 Uhr. Zusätzlich finden Sie auf der Webseite des BMF ein FAQ.

Die Informationen zur Liquiditätssicherung sind darüber hinaus zum Teil bundeslandspezifisch. Hier beispielhaft:

Nordrhein-Westfahlen

Seit Freitag, den 27.03.2020 ist die Online-Beantragung der Soforthilfen möglich sein, beachten Sie aber bitte die Bedingungen, die Sie insbesondere auch im Bereich der FAQs/ Fragen und Antworten gute erklärt finden:
https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020

https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

Baden-Württemberg:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/

Sachsen:

https://www.sms.sachsen.de/coronavirus.html

Das Land NRW hat am 19.03.2020 die Bundesmaßnahme ergänzende Liquiditätshilfe beschlossen. Das Land NRW erstattet auf Antrag als Liquiditätshilfe die bereits am 10.2. von den Unternehmen bezahlte Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für 2020.

Es handelt sich nicht um einen Zuschuss, denn am 10.2. des Folgejahres wird diese Sondervorauszahlung sowieso wieder verrechnet. Es handelt sich damit jedoch um eine Liquiditätshilfe für ein ganzes Jahr in Höhe der Sondervorauszahlung.

Firmen, die nicht in NRW ansässig sind, könnten vielleicht schauen, ob die anderen Bundesländer eine ähnliche Maßnahme erlassen haben. Ich denke, dass davon auszugehen ist.

ACHTUNG: Die einzelnen Punkte dieser Zusammenstellung ändern sich zum Teil täglich oder werden präzisiert und ergänzt. Es ist daher immer sinnvoll, einen Blick auf die oben angegebenen Web-Seiten und Informationen zu werfen und diese gründlich zu lesen.

Eine Gewähr oder Haftung für die Links und/oder deren Inhalte wird von HR konkret – Katja Raschke nicht übernommen. Die Inhalte dieser Zusammenfassung stellen auch keine Rechts- oder Finanzberatung dar.

Bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld und Beantragung von Mitteln kann Ihnen auch gern ein befreundetes Unternehmen helfen, die inhaltlich bei dieser Zusammenfassung auch stark unterstützt hat (HERZLICHEN DANK!):

https://www.office-point.net

Und für das Thema Steuern empfehle ich gern:

https://steuerberaterin-roll.de

Und für konkrete Hilfe, melden Sie sich gern bei mir.

Kommen Sie gesund und sicher durch die Krise!

Bildquelle:

Shutterstock

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2 Comments

  1. Vielen Dank für die Zusammen-stellung dieser umfangreichen wie wertvollen Informationen. Gerade in dieser Krise ist es gut Menschen um sich zu haben, auf die Verlass ist.
    Bleiben Sie gesund!

    Reply
    • Herzlich gern und danke für den Kommentar!

      Reply

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